Kleine Schiffstypologie
Welches Schiff für welche Reise?
12.02.2008
Carin Müller
Nimm mich mit Kapitän auf die Reise... Wer eine Kreuzfahrt plant, dem stellen sich schon vor der Buchung viele Fragen: Was steht im Vordergrund – der Weg oder das Ziel? Sprich, die Route oder das Schiff? Wie groß oder klein ist das Budget? Soll es eher gediegen zugehen oder ist im Urlaub Halligalli angesagt? Für all jene, die sich zum ersten Mal auf schwankende Planken wagen, haben wir einen kleinen (augenzwinkernden) Überblick über die verschiedenen Schiffstypen zusammengestellt:
Ausflugsdampfer
Ideales Gefährt, für alle, die sich der Materie Schiff erst einmal vorsichtig annähern wollen. Kommt auf fast allen Gewässern und dort in schier unendlich vielen Ausprägungen vor: Schaufelraddampfer auf dem Mississippi, Glasbodenboot in der Karibik oder Touristenkreuzer auf dem Chiemsee sind nur einige davon.
Casinoschiff
Für alle Spielernaturen, die auf frische Luft keinen gesteigerten Wert legen. Besonders beliebt in Amerika. Auf Schiffen wie der Voyager of the Seas kann das Casino mit denen in Las Vegas locker mithalten. Pech für alle Gambler: Während der Liegezeiten im Hafen haben die Spielhöllen meist geschlossen.
Clubschiff
Für Singles, Paare und Familien, die eine ungezwungene Atmosphäre an Bord und organisierte Bespaßung lieben. Auf den Schiffen der AIDA-Flotte kommen vor allem Sportfans auf ihre Kosten. Sehr angenehm für alle Eltern: Der Nachwuchs genießt im eigenen Bereich Rundum-Animation und Mama und Papa haben Zeit für sich.
Expeditionsschiff
Meist kleinere Kreuzfahrtschiffe, oft mit Eisbrecherqualitäten. Können dank ihrer Größe und Ausstattung auch schwer zugängliche Gebiete befahren. Für alle, die etwas lernen wollen. Auf Schiffen wie der Bremen von Hapag Lloyd begleiten Experten die Reise und weihen die Passagiere in die Geheimnisse von Antarktis und Amazonas ein.
Fähre
Für alle, die von A nach B kommen wollen, aber auch gut für eine Überprüfung der persönlichen Seefestigkeit. Je nach Route sind die Fähren so gut ausgestattet wie elegante Kreuzfahrtschiffe oder schlimme Seelenverkäufer. Letztere sollten nur in begründeten Notfällen in Erwägung gezogen werden.
Flussschiff
Wer nicht seefest ist, aber trotzdem nicht auf eine Schiffsreise verzichten will, verbringt seine Ferien auf einem Flussschiff. Das Reisetempo ist gemächlich, das Ambiente meist gediegen elegant. Toproute: von Passau bis zum Schwarzen Meer auf der Donau. Minischiffe wie die Sérenité machen auch individuellere Touren.
Frachter
Für alle, die sich auf das Wesentliche konzentrieren wollen und auf unnötigen Schnickschnack verzichten können. Wer auf einem Containerschiff urlaubt hat oft wochenlang keinen festen Boden unter den Füßen – dafür aber engen Kontakt zur Crew und einen einmaligen Einblick ins Seefahrerleben.
Großsegler
Für Traditionalisten in zwei Kategorien. Alle, die selbst mit anpacken wollen heuern beispielsweise auf der legendären Dreimastbark Alexander von Humboldt an. Den Traum vom ultimativen Luxus erfüllen dagegen Schiffe wie die Seacloud, auf denen die Passagiere mit dem Drink in der Hand das tägliche Schauspiel der Crew in der Takelage beobachten können.
Hausboot
Für Individualisten und Menschen, die ansonsten gerne mit dem Wohnmobil verreisen. Hausbootferien sind unkompliziert – besondere Kenntnisse sind nicht nötig. Die größte Herausforderung sind Schleusen, die der Hobby-Binnenschiffer aber in der Regel problemlos meistert.
Klassischer Kreuzer
Fast schon die "eierlegenden Wollmilchsäue" auf den Weltmeeren. Die schwimmenden Klassiker wie Transoceans Astor kreuzen zuverlässig Jahr um Jahr um die Welt. Ein bisschen Luxus, ein wenig Wellness, unaufdringliche Unterhaltung und Kreuzfahrtfeeling pur. Basisversorgung auf hoher See – aber für viele das Allergrößte.
Luxusliner
Im Grunde wie die klassischen Kreuzer – nur ein, zwei Nummern feiner. Ganz vorne in dieser Kategorie schwimmen das TV-Traumschiff Deutschland und der 5-Sterne-plus-Dampfer Europa. Legendärer Service, Luxus pur, großzügige elegante Kabinen und ein Rund-um-die-Uhr-Verwöhnprogramm für solvente Passagiere.
Postschiff
Für Norwegen-Fans. Die Schiffe der traditionellen Hurtig-Route fahren noch heute pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk sämtliche Fjorde ab. Nur mit dem Unterschied, dass statt Briefen und Paketen fast ausschließlich Touristen transportiert werden, die je nach Jahreszeit Polarlichter oder Mitternachtssonne genießen wollen.
Transatlantik-Liner
Seit die berühmte Queen Elizabeth 2 vor Dubai ihren Lebensabend als Hotelschiff bestreitet, übernimmt ihre schicke große Schwester Queen Mary 2 zu ausgewählten Terminen im Jahr die Ozean-Passage von Southampton nach New York. Für alle, die das „Einmal-im-Leben-Gefühl“ wahr machen wollen.
Yacht
Auf Großyachten wie den luxuriösen Seabourn-Schwestern tummeln sich im Schnitt nur 200 Passagiere. Dadurch können diese Schiffe auch Ziele anfahren, die den dicken Brummern verwehrt bleiben. Kleine Inseln und enge Häfen sind kein Problem. Für alle, die es etwas exklusiver schätzen.
Der Artikel
Kleine Schiffstypologie in
Schiffsreisen unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels
Kleine Schiffstypologie ist
Carin Müller.