Schiffstyp: Ausflugsschiff

Vorsichtige Annäherung an schwankende Planken

20.02.2008 Carin Müller

Für erste nautische Abenteuer oder die kleine Schifffahrt zwischendurch - Ausflugsdampfer sind die ideale Einstiegsdroge in die Seefahrt

Fatale "Amour fou" oder Liebe fürs Leben? Wer noch nicht weiß, was er vom "Prinzip Schiff" halten soll, ist zunächst einmal auf einem Ausflugsdampfer am besten aufgehoben. Dank der schier unendlichen Vielfalt gibt es für jeden Geschmack die idealen Testbedingungen: Ob feuchtfröhliche Butterfahrt auf einem richtig dicken Ostseekutter, beschauliches Schaukeln auf einer arabischen Dhau oder Stadtkreuzfahrt durch Frankfurt am Main – es gibt nichts, was es nicht gibt.

Besonderheiten:

Kaum ein Winkel auf der Erde, in dem nicht irgendwo ein Ausflugsboot auf neugierige Gäste wartet. Das Schöne dabei ist die Tatsache, dass viele dieser Schiffe auch die kulturellen und nautischen Besonderheiten des Landes widerspiegeln. Der Amazonas wirkt von einem Einbaum aus nun mal imposanter als von Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Wer entlang der Küsten von Nord- und Ostsee in einem Wikingerschiff schippert, lernt auch Einiges über das Leben der wilden Nordmänner. Und vor China in einer Dschunke zu kreuzen, ist irgendwie auch aufregender.

Keine Frage, diese kleinen Ausflüge sind eher folkloristisch als authentisch. Doch für einen ersten Eindruck, ob das schwimmende Verkehrsmittel grundsätzlich behagt oder nicht, sind die Ausflugsschiffe ideal. Und all jene, die der Hochsee- oder Binnenschifffahrt ohnehin schon rettungslos verfallen sind, trösten sich mit einem Ausflug auf dem Chiemsee oder zwei Stunden Schaufelraddampfer auf dem Mississippi über die Zeit bis zur nächsten großen Schiffsreise hinweg. Neue Leidenschaften sollen übrigens bei den Kurztrips auch schon geweckt worden sein: Passionierte Motoryacht-Fans erliegen plötzlich dem Charme eines Segelschiffs, raue Seebären, die schon alle Weltmeere bereist haben, stellen fest, dass die lieblichen Flussauen in Europa auch ihren Reiz haben und Snobs, die es eigentlich nie unter der Queen Mary 2 machen, amüsieren sich königlich bei der rustikalen Floßfahrt auf der Isar.

Wem gefällt's?

Allen, die Abwechslung lieben, nicht das nötige Geld für eine große Schiffsreise haben oder einfach nicht die Zeit dafür. Auch Menschen, die gerne mal die Perspektive wechseln, werden sich auf einem Ausflugsschiff wohl fühlen, denn selbst eine wohlvertraute Stadt erhält vom Fluss, See oder Meer aus eine ganz andere Aura.

Die Schattenseiten:

Eigentlich gibt es keine. Egal ob auf einem Binnengewässer oder entlang einer Küste, ein Trip mit so einem Schiff ist flott wieder vorbei und in der Regel weiß der Ausflügler ja schon vorher, worauf er sich einlässt. Wer während eines Kurztörns feststellt, dass er nicht seefest ist, wird möglicherweise weniger Spaß haben. Andere werden dagegen vielleicht unverhofft und urplötzlich vom Schiffs-Virus infiziert und sind enttäuscht, wenn die Exkursion nach kurzer Zeit schon wieder vorbei ist. Da hilft dann nur noch eines: Sparen für eine große Schiffsreise.

Typische Vertreter:

Gibt es nicht! Ausflugsbötchen auf dem Chiemsee, hochseetauglicher Speedkatamaran, chinesische Dschunke oder Schaufelraddampfer lassen sich nur auf einen sehr kleinen gemeinsamen Nenner bringen: man kann sie für eine kurze Exkursion nutzen. Vom Ruderboot bis zum Eisbrecher hat so gut wie jeder Schiffstyp das Zeug zum Ausflugsschiff!

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Dschunke in Hongkong, Rainer Sturm/Pixelio Dschunke in Hongkong
   
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