Ein Übel auf bewegtem Meer - Die SeekrankheitUrsachen und wie man sich gegen die Reisekrankheit wappnen kann
Wir werden seekrank, weil uns die Schaukelbewegungen des Schiffes aus dem Gleichgewicht bringen. Es gibt aber ein paar Tipps und Tricks gegen die Übelkeit.
Der Steward beruhigt den seekranken Passagier: "Es ist noch keiner an Seekrankheit gestorben!” Der Passagier murmelt schwach: “Bitte – es ist allein die Hoffnung zu sterben, die mich am Leben hält.” Auch wenn die Seekrankheit nicht lebensgefährlich ist, fühlen sich viele Betroffene sterbenselend. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Kaltschweißausbrüche können dem Seekranken eine Bootsfahrt kräftig vermiesen. Ursachen der Seekrankheit können visuell und physiologisch seinAusschlaggebend ist dabei die Schaukelbewegung des Schiffes auf den Wellen. Je stärker das Boot von den Wellen auf- und abgeschleudert wird, desto wahrscheinlicher werden ungeübte Passagiere seekrank. Der Mensch ist an diese Schaukelbewegungen nicht gewohnt. Instinktiv fühlt er sich am Wohlsten, wenn er aufrecht sitzt oder steht und sein Schwerpunkt vertikal nach unten zeigt. In dieser Haltung befinden wir uns im Gleichgewicht. Wir erreichen diesen Zustand zum einen, indem wir uns visuell an umliegenden Gegenständen orientieren und diese als Referenz zur eigenen Haltung annehmen. Seekrank kann man nun durch so genannte visuelle Irritation werden. Die kommt dadurch zu Stande, dass sich auf dem bewegten Boot die Linien des Mastes, der Fenster oder Schiffsmöbel, die unsere visuelle Referenz darstellen, ständig bewegen. Wenn man nun an Deck spazieren geht oder ganz einfach nicht hinfallen möchte, muss jeder Schritt neu an die sich stets verändernden und unvorhersehbaren Bewegungen des Schiffes angepasst werden. Die Anstrengung bei starkem Seegang auf einem Schiff zu laufen, könnte mit dem Besteigen einer Treppe verglichen werden, bei der jede Stufe eine andere Höhe hat. Unser visuell-motorisches System muss sich also ständig neu angleichen. Das ist sehr anstrengend und kann zunächst zu Übermüdung und im weiteren zu den typischen Symptomen der Seekrankheit wie Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Allerdings weiß jeder, der einmal seekrank war, dass man sich keineswegs besser fühlt, wenn man die Augen schließt. Das wir auch seekrank werden, wenn wir nichts sehen, ist auf den zweiten Mechanismus zurückzuführen, mit dem wir unser Gleichgewicht halten. Unser Gleichgewichtsorgan ist der so genannte “Vestibularapparat”, der sich im menschlichen Innenohr befindet. Dieser Apparat hat flüssigkeitsgefüllte Bogengänge, die rechtwinklig zueinander stehen. Sinneszellen, in diesen halbkreisförmigen Kanälen erkennen die Drehbeschleunigung des Kopfes im Raum. Diese Information leiten sie an höhere Zentren im Gehirn weiter, die wiederum Befehle an unsere Muskeln aussenden, die sich an die jeweilige Situation anpassen und dafür sorgen, dass wir unser Gleichgewicht halten. Bei starkem Seegang kann es zu einer Überreizung dieses sensiblen Systems kommen. Der Vestibularapparat kann unsere Lage im Raum nicht mehr feststellen und uns wird schwindelig und übel. Das Gleiche passiert auch, wenn wir uns mehrmals sehr schnell um die eigene Achse drehen. Man verliert die Orientierung und taumelt, weil die Sinneszellen im Innenohr stark irritiert werden. Ein weiterer Grund für die starke Übelkeit, die mit Seekrankheit einhergeht, ist physiologisch-mechanischer Natur. Durch das Steigen und Fallen des Schiffes in den Wellen werden unsere Eingeweide unnatürlich stark gegen das Diaphragma (Muskelschicht, die Brustkorb und Bauchraum voneinander abschottet) gepresst. Wie bei einer Achterbahnfahrt oder bei turbulenten Flügen kann uns deshalb ziemlich schlecht werden. Die Symptome der Seekrankheit können vermindert werdenAuch wenn es wohl keine hundertprozentige Lösung gegen Seekrankheit gibt, gibt es ein paar Tipps und Tricks um die Symptome zu vermindern. Wenn man zur Seekrankheit neigt, sollte auf Alkohol, aber auch auf fettiges und scharfes Essen verzichtet werden. Bevor man an Bord geht, sollte man sich gut ausschlafen und sich vorwiegend dort aufhalten, wo das Boot am wenigsten schwankt (meist in der Schiffsmitte). Frische Luft und ein paar ruhige, tiefe Atemzüge können gegen die Übelkeit helfen. Um visuelle Irritation zu verringern, sollte der Horizont fixiert werden. Enge Räume sind zu meiden und der Seekranke sollte versuchen, sich mit etwas Erfreulichem abzulenken. Das Trinken von viel Wasser, aber auch Ingwertee soll helfen. Wer sich trotz all dieser Tipps immer noch elend fühlt, braucht Geduld. Nach spätestens zwei Wochen haben sich die Meisten an das Schiffsgeschaukel gewöhnt und sind die Seekrankheit los.
Der Artikel Ein Übel auf bewegtem Meer - Die Seekrankheit in Schiffsreisen unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Ein Übel auf bewegtem Meer - Die Seekrankheit ist Annika Krenz.
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